Titelseiten (1994-1)
Zeitschrift für organisch-biologischen Landbau, gesunde Ernährung und ganzheitliche Lebensführung. Mitteilungsblatt des Zentrums Möschberg, der Bio-Gemüse AVG Galmiz und der Biofarm-Genossenschaft Kleindietwil m « familra to mit viel biologischen Rohstoffen in einfacher Verpackung beaucoup des matières premières biologiques, emballage simple gCSMB / v| is irrmii^r?
Bio-Spezial Müesli Bio-Müesli spécial Bio-Corn-Flakes Persönlich Kultur Stufen Politik Industrie, Landwirtschaft und Gatt 5 Revision der Weisungen zur Ökoverordnung Art. 31 b 6 Für klare Sicht in der Landwirtschaftspolitik 7 Markt Freier Markt - des Bauern Chance oder Untergang? 8 Haben die Pioniere ausgedient? - Brauchen wir das Reformhaus noch? 9 Die bäuerlichen Selbsthilfeorganisationen als Lückenbüsser? 10 Landbau Möglichkeiten und Chancen beim Einstieg in den Gemüsebau 12 Die Bio-Jungpflanzen-Regelung tritt 1.1. 95 in Kraft 13 Biologischer Zuckerrohr-Anbau im Südwesten von Brasilien Ji Leserbrief AA A Propos 17 Gesundheit Ohne pflanzliche Faserstoffe geht es nicht J_7 Biofarm Vorstand nimmt Standortbestimmung vor 19 AVG / Biofarm Beratungsdienst von AVG und Biofarm dem veränderten Umfeld agenpasst 20 Möschberg Biol. Landbau für junge Leute _22 Veranstaltungen 23 Möschberg Wintertagung 24 rajrxuR porjrrrr 49. Jahrgang, Nr. 1/Januar 1994 Zeitschrift für den organisch-biologischen Landbau, gesunde Ernährung una ganzheitliche Lebensführung. Mitteilungsblatt des Zentrums Möschberg, der Bio-Gemüse AVG Galmiz und der Biofarm-Genossenschaft Kleindietwil. Erscheint 6mal jährlich Mitte der ungeraden Monate.
Redaktionsschluss: 15. des Vormonats Herausgeber und Verlag: Schweizerische Bauernheimatbewegung; Bio-Gemüse AVG; Biofarm-Genossenschaft Adresse: «KULTUR UND POLITIK» Postfach 18, CH-4936 Kleindietwil Telefon 063 56 11 27 oder 56 20 10 Telefax 063 56 20 27, PC 30-3638-2 Redaktion: W Scheidegger, Madiswil Ständige Mitarbeiter: Prof. F. Braumann, Köstendorf bei Salzburg; Gerhard Elias, Hinwil; Martin Lichtenhahn, Agriswil; Hansruedi Schmutz, Aarberg; Nikiaus Steiner, Dagmersellen Abonnement: Jährlich Fr. 30.-, Ausland Fr. 35.- Druck: Druckerei Jakob AG CH-3506 Grosshöchstetten ^J Scheidegg®! Werner 5 adis"
Liebe Leserin, lieber Leser, An der agrarpolitischen Tagung «Landwirtschaft 2000» vom 26. November 1993 auf dem Möschberg setzten wir uns mit der Frage des freien Marktes im Zeichen des Gatt auseinander. Aus den verschiedenen Voten wurde deutlich, dass wir uns im biologischen Landbau wie in der einem Übergang Landwirtschaft überhaupt an befinden. Übergänge haben immer etwas Bedrohendes sich. In den Fällen sind sie und an wenigsten so fest behäbig wie die alte Brücke über die Langeten, die seit Jahrhunderten allen Hochwassern getrotzt hat und die den Menschen hüben wie drüben zu einem Gefühl des Zusammengehörens verhilft. Die Übergänge, mit denen wir es im politischen und im Marktgeschehen zu tun haben, sind unsichtbar; unberechenbar und deshalb um so bedrohlicher. Werden wir nicht eines Tages ins Leere treten, vom Strom der Entwicklung fortgeschwemmt? Entwicklung. Ist das, was seit Jahren in Gang ist und eine immer bedrohlichere Geschwindigkeit annimmt, eine echte Ent-Wicklung, eine Entwirrung des wirren Knäuels, als den viele die bisherige Agrarpolitik bezeichnen? Sind wir auf dem Weg eines echten Fortschrittes, oder ist es eher ein Fort-Schritt vom Zentrum an die Peripherie? Um gültige Antworten auf diese Fragen geben zu können, war das Thema der Tagung zu eng gefasst, die Zeit zu kurz bemessen. Es werden weitere Tagungen zu weiteren Aspekten folgen müssen. (Die nächste wird am 28. Januar 1994 stattfinden. Siehe letzte Seite.) Eines ist aber schon deutlich erkennbar: Die bisherige einseitige Ausrichtung der Agrarpolitik auf Preisforderungen hält dem Strom der Zeit nicht stand. Es war mehr eine Krücke denn eine Brücke. Sie hat den gemeinwirtschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft nicht Rechnung getragen und jene bestraft, die sich marktkonform verhielten. Fraglich ist allerdings, ob die auf freie Marktwirtschaft, Weltmarktpreise und Strukturbereinigung ausgerichtete Politik langfristig das tauglichere Mittel darstellt. Die Wegrationalisierung der Hälfte der zur Zeit noch bestehenden Betriebe wird weder die Überschussproblematik entschärfen noch zu einer Ökologisierung beitragen, wohl aber neue soziale Probleme schaffen, indem sie das Heer der Arbeitslosen noch vergrössert, Strukturen in Nicht-Tourismus-Gebieten zerfallen und noch mehr Menschen der Natur entfremden lässt, um nur ganz wenige Aspekte der gegenwärtigen Entwicklung zu nennen. Unbestritten ist, dass biologischer Landbau, eine tiefgreifende Ökologisierung überhaupt, ein Pfahl ist, der dem Strom der Zeit zu trotzen vermag. Wenn viele solche Pfähle eingerammt werden, könnte darauf eine Brücke gebaut werden, auf der die Landwirtschaft in der Schweiz und anderswo in die Zukunft schreiten kann. Werner Scheidegger Titelbild: Alte Brücke über die Langeten zwischen Madiswil und Rütschelen.