Landestag 1990
sr. Traditionsgemäss versammelten sich am zweiten Juli-Wochenende die Vertreter der Schweiz. Bauernheimatbewegung aus allen Landesteilen zum ordentlichen Landestag auf dem Möschberg. Sowohl der geschäftliche wie auch der fachliche Teil können mit dem Stichwort «Standortbestimmung» zusammengefasst werden.
Fritz Buser (r.) im Gespräch mit Magnus Hunn (m.) und anderen Teilnehmern an der Betriebsbesichtigung auf seinem Hof «Mühlehalde» in Zunzgen BL (Hintergrund). Bild: AF Kopf - Hand - Herz Mit packenden Worten wusste Fritz Buser, Zunzgen, seine Zuhörerschaft am Samstag zu fesseln. Bauer sein heute ist kein Spaziergang. Von allen Seiten werden wir in Frage gestellt. Auch der Bio-Bauer, obwohl heute voll akzeptiert, wird sich dem internationalen Trend zur Strukturbereinigung «Gesundschrumpfung», nicht entziehen können. Überleben wird wirtschaftlich nur, wer mit Fantasie, unternehmerischem und handwerklichem Geschick seinen Betrieb durch die hochgehenden Wogen der europäischen Integration zu steuern weiss. Zweifellos wird dabei auch der Bauer als Mensch auf eine harte Probe gestellt. Nur intakte Familien mit dem Sinn für die Schönheiten unseres Berufes werden den kommenden Herausforderungen gewachsen sein. Der Betrieb von Fritz Buser ist ein schönes Beispiel dafür, was Initiative und Weitblick und vermögen was biologischer Landbau zu leisten imstande ist.
Gesucht: zukunftsfähiges Nutzungskonzept Die Kassier Meierhans und von Sepp Geschäftsführer Andreas von Fischer abgelegte Jahresrechnung pro 1989 liegt im Rahmen des Budgets. Das ist um so erfreulicher, als von den Vorjahren keine übertragbaren Grundlagen vorhanden waren. Indessen werden wir bereits für die allernächste Zukunft die Ertragslage des Vereins entscheidend verbessern müssen. Zwar weist die Bilanz keine Schulden aus, aber das Vermögen lässt keine grossen Sprünge zu. Demnächst wird unser Haus auf dem Möschberg 60jährig. Sein baulicher Zustand ist nicht besorgniserregend, wenn man von der schlechten Isolation absieht. Nicht mehr zeitgemäss ist hingegen der Ausbaustandard. Der Vorstand hatte bereits im Januar zwei Architekten einen Studienauftrag erteilt, auf der Basis des damals genehmigten Betriebskonzeptes Vorschläge für eine sanfte Renovation und Umgestaltung für zukünftige Nutzungsformen zu unterbreiten. Nach Anhören eines Experten hat sich der Vorstand für den Vorschlag von Architektin Ursula Egger aus Bern entschieden, deren Entwurf in jeder Beziehung zu überzeugen vermochte. Damit fangen aber die Probleme erst an! Selbst bei einer Etappisierung, anders kann unser Verein ein solches Vorhaben gar nicht verkraften, ist mit einer Investition von mehreren hunderttausend Franken zu rechnen. Es stellt sich deshalb knallhart die Frage Umbauprojekt Möschberg 1. Etappe und «Patentlösung» - Hauptpunkt zur besseren Nutzung des Raumes und gleichzeitiger Abtrennung der - ist die Verlegung Verwalterwohnung aller Zugänge nach aussen, d. h. in den Laubentrakt (W-Seite). Das innere Treppenhaus soll aufgehoben werden, und ein neuer Aufgang führt von der oberen Laube (über eine Treppe in der Ecke des Schlafsaals) ins 2. Obergeschoss.
Dort sollen die beiden mittelgrossen Schlafräume in vier Zweierzimmer umgewandelt werden. Im freigewordenen Mittelteil des 2. Stockes finden die längst notwendigen Badezimmer/Duschen Platz. Die Westseite des Hauses soll renoviert und durch zusätzliche Verglasung im Parterre wetterfest gemacht werden.
Nebst diesen Massnahmen zur Verbesserung von Funktion und Komfort wird auch die Feuersicherung auf den neusten Stand gebracht und der nötige Parkraum erschlossen.
- wollen wir überhaupt den Möschberg als unser Zentrum erhalten? - wenn ja, wie kann so viel Geld aufgebracht werden? - wie wird das einmal umgebaute Haus optimal genutzt? Die im seinerzeitigen Betriebskonzept aufgelisteten Veranstaltungen ergeben eine Auslastung von höchstens 20 Prozent. Gesucht sind deshalb Vorschläge für weitere Nutzungen, wenn möglich in zielverwandten Gebieten. Beschlossen wurde nach gewalteter Diskussion:
- eine Sammelaktion bei Mitgliedern und befreundeten Personen und Firmen durchzuführen, und 2. gleichzeitig neue Nutzungsmöglichkeiten zu suchen. 3 Gebaut wird erst, wenn die Finanzierung und/oder eine langfristige Auslastung des Hauses sichergestellt sind.
Fritz Dähler hat damit zusammen mit dem Vorstand eine zwar interessante aber keineswegs leichte Aufgabe übernommen. Als Ersatz für die demissionierenden Vorstandsmitglieder Fritz Buser und Hans Tanner wählte die Versammlung Stefan Itin, Maisprach, und Hans Müller, Salmsach.
Grenzen Jeder Mensch kommt irgendwann im Leben an eine Grenze, die er nicht überschreiten kann, an der seine Pläne, seine Wünsche und Hoffnungen abprallen. Was er fest gebaut wähnte, kommt ins Wanken. Anhand eigenen Erlebens führte Hansueli Balmer unsere Gedanken in die Tiefe, dorthin, wo jeder wieder Halt finden kann, der den Boden unter den Füssen zu verlieren droht. Manch einem hat Pfr. Balmer aus dem Herzen gesprochen.
Bio-Landbau im Vergleich Dr. Jörg Mühlebach von der FAT präsentierte die neusten Zahlen aus der Studie, die seit 1978 biologisch geführte Betriebe mit konventionellen vergleicht. Eine Kurzfassung seiner Ausführungen bringen wir auf Seite 10. Als Abschluss zeigte Magnus Hunn Voraussetzungen auf, die für eine erfolgreiche Betriebsführung gegeben sein müssen. Wir werden auf dieses Thema in einer folgenden Nummer zurückkommen. Reich an Eindrücken und Anregungen, mit neuem Mut für den Alltag, haben wir am Sonntagabend den Heimweg angetreten.