Fruchtfolge
Aufgaben und Ziele:
Die Fruehtfolge (Ff.) soll zuerst die Eingriffe oder die «Kulturmaßnahmen» des Menschen ausgleichen oder wenigstens mildern. Ein Vielfältiges Bodenleben braucht ein vielfältiges über dem Boden. Die Bodenfruchtbarkeit soll erhalten, noch verbessert werden. Die Ff. soll auch den Bedürfnissen des Menschen und der Tiere gerecht werden. Sie soll viele verschiedene Pflanzen beinhalten. Dazu trägt die Gründüngung bei. Die Ff. soll so geplant sein, daß sich viele Möglichkeiten für Gründüngung ergeben. Boden, Klima und Ff. sollen zusammen passen. Jede Einseitigkeit soll vermieden werden. Die Verunkrautung muß sich in Grenzen halten.
Meine Erfahrungen: Als ich anfing, haben wir nur kleine Umstellungen in der Fruchtfolge vorgenommen. Das war ein Fehler. Fehler in der Ff. müssen sofort beseitigt werden. Durch viel Gründüngung muß man dem Boden umstellen helfen. Den Getreidebau einschränken, höchstens 60 Prozent. Das haben wir versäumt. Die Gründüngung nach Getreide haben wir konsequent durchgeführt. In den ersten Jahren paßte das Wetter gut, und die Ergebnisse waren ermutigend. Wir müssen noch den richtigen Wechsel von Kleegras/Wiese und Akker finden, d. h., wie lange können wir das Land ohne Schaden offenhalten, als Acker nutzen; wann ist der Zeitpunkt da, daß der Boden sich wieder regenerieren muß? Wenn dieses Gleichgewicht gefunden ist, die Bodenfruchtbarkeit mindestens erhalten bleibt, dann meine ich, müßten auch alle anderen Dinge im Gleichgewicht sein - Pflanzengesundheit, Ertrag, der Mineralstoffhaushalt usw. Da unterscheiden sich die Kulturen in aufbauende und abbauende. Wir dürfen nicht die Wurzelmasse, die bei der Ernte übrigbleibt, als Maßstab nehmen, sondern wie versorgt die Pflanze während der Wachstumszeit ihr Bodenleben. Von den Leguminosen weiß man, daß zwei Drittel der feinen Wurzeln nicht für die Pflanze gebildet werden, sondern für das Bodenleben.
Das andere Extrem wären die Getreide, die ein äußerst armes ßodenleben hervorbringen. Die (iründüngung bringt uns wohl mit die meiste Abwechslung und gleicht viele Einseitigkeiten aus. Sie bietet uns v iele Vorteile: - fördert ein v ielfältiges Bodenleben durch vielfältige Wurzeln und deren Ausscheidungen. Baut den Boden auf. - bodenbedeckend - unkrautunterdrückend - krankheits- und schädlingsunterdrückend - wirkt als Gemenge der Monokultur entgegen - bringt gutes Eutter - speichert Triebigkeit, Energie oder Wachstum für die nächste Kultur, Sonnenausnützung - gute Vorfruchtwirkung Unsere Fruchlfolge sah bisher so aus: Kleegras mindestens 5 verschiedene Kleearten Kleegras und mindestens 5 Gräser Winterweizen Untersaat im Frühling: Weiß-, Gelb- und Erdklee Winterroggen Eeguminosengemenge vor Hackfrüchten, Kruziferengemenge vor Leguminosen - Raps, Senf, Phacelia Ackerbohnen oder Hackfrüchte Weizen nach Ackerbohnen und Rüben - oder Roggen nach Kartoffeln; nach der Getreidegründüngung als Zwischenfrucht Hafer oder Gerste Landsberger oder einjähriges Kleegras Getreide Getreide Meistens ist das schon zu lange. Das Unkraut nimmt überhand und das Wachstum läßt stark nach. Das heißt, daß diese Fruchtfolge nicht ausgeglichen ist. Für unsere 2 bis 3 ha leichte Böden haben wir eine intensive Kartuffelfruchtfulge: Kleegras Kleegras Winterroggen - Leguminosengemenge Kartoffeln - Raps/Senf/Phacelia, wenn es die Zeit zuläßt Winterroggen - Leguminosengemenge Kartoffeln - Raps/Senf/Phacelia Winterroggen - Leguminosengemenge Kartoffeln - Raps/Senf/Phacelia Winterroggen - Gründüngung Getreide - meistens Gerste - Kleegras Die ungefähre Zusammensetzung in kg/ha wechselt manchmal etwas, je nach Preislage und wie unsere Samenernte war. E eigenerzeugt; je nach Jahr ganz oder teilweise Leguminosen menge: 100 Hafer E (und/oder Roggen, Gerste, Weizen) 50 Erbsen E (zwei Sorten) 20 Wicken 10 Alexandrinerklee (Tabor) 5 Platterbsen 5 Lupinen 20 Ackerbohnen E Wird das Gemenge zweimal ausgesät, wird es beim zweitenmal abgeändert. Getreide wechseln, Sonnenblumen dazu, das erstemal keine Lupinen und Ackerbohnen - das zweitemal mehr davon usw. Das säen wir bis Ende August aus. Ende August kommt etwas Raps dazu. Je später um so mehr. Etwas vereinfacht und die Menge reduziert, dient es als Oeckfrucht für unser Kleegras, entweder im Frühling oder im Sommer. Das Gemenge ergibt ein gutes Futter. Es wird vor Hackfrüchten gesät. Das Raps/Senf-Gemenge wird nicht gefüttert. Es ist eine Gründüngung, oft als Spätsaat zum Bedecken des Bodens:
8 Raps 6 Senf 5 Phacelia 5 Hirse E, 5 Buchweizen Landsberger: 15 kg Inkarnatklee 15 Zottelwicke 7 welsches Weidelgras E 3 Wehrlose Trespe 1 Phacelia 1 Raps 20 Erbsen E 5 Platterbsen Meistens bleibt das Landsberger ein Jahr stehen. Dann kommen dazu:
etwas mehr Weidelgras
4 Rotklee
3 Schwedenklee
2 Hornklee
3 Luzerne
5 Wiesenschwingel
2 Lieschgras
1 Knaulgras
Die oben als erstes angeführten Mengen werden etwas reduziert. Das Landsberger säen wir meistens auf neuen Feldern als erstes an. Sonst sofort nach der Getreideernte. Meistens fallen die Gemenge noch etwas bunter aus. Nun wären noch die Untersaaten zu beschreiben. Sie mildern die Monokultur. Sie begrünen die Äcker nach der Ernte und bekämpfen das Unkraut. Außerdem sammeln sie Stickstoff. Wir säen Weißklee, Gelbklee, Inkarnatklee, Erdklee. Meistens nur in Wintergetreide; und zwar dann, wenn wieder Wintergetreide folgt. Kommt Sommergetreide, säen wir meistens das Leguminosengemenge.
Zusammenfassung: Die Fruchtfolge dient in erster Linie zur Erhaltung, besser noch zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Gesunder Boden setzt ein vielfältiges Leben auf und unter der Erde voraus. Durch einen durchdachten Wechsel der Kulturen sollen die Nachteile der Monokultur weitgehend aufgehoben werden. Unkräuter, Schädlinge und Krankheiten sind am Ende ja eine Verarmung oder Schädigung des Bodenlebens. Ideal wäre dauernde Mischkultur. Die Planung der Fruchtfolge soll so durchdacht sein, daß der Boden immer bewachsen ist. Einen wesentlichen Beitrag zur Gesundung des Bodens liefert die Gründüngung. Durch die Wurzeln wird das Bodenleben ernährt. Vielfältige Wurzelmasse bringt vielfältiges Bodenleben hervor. Gründüngung bringt im Herbst gutes Futter. Es nützt die Sonne auch im Herbst und nach den Hauptkulturen. Gründüngung bedeckt den Boden, durchwurzelt ihn, reichert ihn an und bekämpft das Unkraut.
Wirtschaftlich streben wir einen hohen Anteil an Verkaufsfrüchten an. Betriebswirtschaftlich soll die Fruchtfolge möglichst spezialisiert sein, d. h. wenig verschiedene Kulturen mit wenig Arbeitsspitzen und guter IVlechanisierbarkeit. Tobias Mücke, See