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Die inländische Gemüseproduktion steigt stärker als der Absatz. Verlässliche Geschäftspartner sind deshalb für die Produktion oberste Maxime. Das schreibt Ernst Mäder, Geschäftsführer der AV AG Gahniz. Geprägt von einem Treffen beiCoop.
Das zu Ende gehende Anbaujahr 04 war für die Gemüse bezüglich Wachstumsbedingungen nicht das schlechteste. Der Ernteerfolg lag meistens über dem des Trockenjahres 03. Auch wenn an der Detail-Verkaufsfront der mengenmässige Absatz ein weiteres Mal gesteigert werden konnte, wird das Jahr 2004 aus finanzieller Sicht trotzdem unterdurchschnittlich ausfallen. Die Schweizer Gemüsewirtschaft, ungeachtet ob konventionell oder nach den Bio-Vorgaben gearbeitet wird, unterliegt der freien Marktwirtschaft, das heisst, es gelten im Tagesgeschäft jeweils die Angebots- bzw. Absatz-Situationen. Partnerschaften zwischen der Produktion, dem Verteiler und dem Abnehmer sind gerade in aktuellen Zeiten des Überangebots besonders wichtig. Die Bio-Gemüse AV-AG hat zu Beginn der Coop-NaturaplanAktivitäten mitgemacht. Zusammen mit den Umsatzsteigerungen ausführen, waren die erzielten Preise oft nicht mehr kostendeckend. Da auch in den kommenden Jahren trotz Marktnischen und Produkteinnovationen kaum mit einer grossen Veränderung des Umfeldes gerechnet werden kann, werden diese sich überlegen müssen, ob der Gemüseanbau für sie machbar bleibt. An der letzthin stattgefundenen Coop-Lieferantentagung in Basel wurde für die gesamte Wirtschaftsbranche folgender zutreffender Satz gesagt: «Die Anstrengungen und der Einsatz von heute werden nicht genügen für die Bewältigung der Herausforderungen von morgen.» Auf die Gemüsebranche bezogen heisst das: grosse Lieferbereitschaft in hoher Qualität zu marktgerechten Preisen. Zur Erfüllung dieser Anfordermengen braucht es einen 100-prozentigen Einsatz. Mitleid oder Beihilfe haben immer weniger Platz.
Ernst Mäder, AV Galmiz «Schund» nannte einmal eine Bekannte von mir die Waren, die als halb- oder ganzfertige Esswaren in den Läden zu finden sind - vermantscht, verpantscht, mit Undefinierten Zutaten, aber attraktiv verpackt im Regal. Im Buch «Futter fürs Volk» von Angres Volker, Claus-Peter Hutter und Ribbe Lutz sieht man, dass die Lebensmittelindustrie mit dem, was sie als Futter vorsetzt, ein ziemlich gewissenloser Alchimist sein kann. Manche Leute lieben indessen diesen Schund, schenken ihm Vertrauen, hinterfragen ihn nicht, können sich vielleicht auch gar nichts anderes als dies für ihren Magen vorstellen. Der ist es vielleicht schon so gewohnt. Sie wollen vielleicht auch von ihren Einkaufsgewohnheiten nicht lassen - man geht halt in den Laden und dort hat es das. Ich freue mich diesbezüglich immer über meine jüngere Tochter, eine Banklady in Zürich, die Fleisch bei uns im Engadin kauft und daraus Picknick-Portionen für ihren Geschäftsalltag macht. Frau Sommaruga spricht mir (in K&P 5/04) in allen Punkten ganz aus dem Herzen: ich möchte mir nur erlauben, ergänzend anzuführen, dass eine Küche, die vom Grundnahrungsmittel ausgeht, keine zeitaufwendige Küche sein muss. Den Beweis erbringt der englische Koch Jamie Oliver (dessen Kochbücher sind gerade sehr in Mode). So assen wir bei meiner Tochter vor kurzem ein Hohrückensteakstück (von unserem Hof stammend), das - nach Jamie - im Backofen vom oberen Rost auf das darunterliegende Gemüse getropft hatte. Das Gemüse, eine Mischung aus Zucchini und anderem war ungeschält und etwas zerkleinert - und ungesalzen. Das alles hatte meinerTochter ein Minimum an Arbeit gemacht. Es schmeckte phänomenal. Nach Jamie kann noch der Eiligste von der Basis auf kochen. Was das Finanzielle anbelangt, weiss ich nicht recht. Bei uns, wo vieles vom Hof kommt, sind Ladenkäufe sicher teurer als das Selbermachen von der Basis auf. Es tröstet mich übrigens über manche andere bäuerlichen Widerwärtigkeiten hinweg, dass wir als Bauern so «hochedel» essen können. Liegen drei Gschwellti, eine Portion Salat (mit besten Ölen und feinem Essig) und ein Stück Fleisch auf meinem Teller, alles von bekannter Herkunft, alles Bio, dann bin ich selig. Meta Denoth, Ftan der Coop-Verkaufsfront Knospe, Blatt und Bazillus konnten auch unsere Mitglieder wachsen. Das zu Ende gehende Jahr zeigte nun aber deutlich, dass auch im Biogemüsesektor ein Strukturwandel einsetzt. Die Überangebote drückten massiv auf die Verkaufs- bzw. Produzentenpreise. Für Kleinbetriebe, welche sich nicht mechanisieren können und die Anbau- und Pflegearbeiten schwergewichtig von Hand Wenn ich als Leser von «Kultur und Politik» zur Kenntnis nehmen muss, dass sich das Kulturzentrum Möschberg von der Knospe abmeldet, sich der renommierte biologische Supermarkt Vatter in Bern kritisch zur Knospe äussert und sich vermehrt Bauern mit Bundesbio begnügen, liegt für mich folgender Schluss nahe: Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die Knospe weiterentwickelt bis zum Blatt, das dereinst vom Baume fällt. Wenn aber der momentan herrschende extreme Befallsdruck durch den Bazillus bürokratiensis nicht eingedämmt werden kann, ist ein vorzeitiger Blattfall wahrscheinlich. Leider dürfte es sich dann aber nicht um ein farbenprächtiges Herbstblatt nach reich erfüllter Mission handeln, sondern um ein krankes, verkrüppeltes, unansehnliches Gebilde mit einer gewissen Ansteckungsgefahr. PS. Dieser Gedanke ist, wie jeder Gedanke der von der Basis stammt, von der Bio Suisse keinesfalls ernst zu nehmen. Andreas Steiner, Oberthal