Die Vorbereitung auf den Winter in unserem Garten
Nachdem die Beete abgeerntet sind, werden sie je nach Bodenfestigkeit mit der Grabegabel oder dem Kräuel gelockert, und falls kein Mist zur Verfügung steht, mit einem organischen Dünger wie AVG-Mischdünger, Oscorna oder Hornmehl - oder Spähne etwa 3 bis 5 kg auf 100 Quadratmeter sowie Urgesteinsmehl, 5 bis 10 kg auf 100 Quadratmeter, oberflächlich eingearbeitet. Als weitere Maßnahme streuen wir zur Abdeckung Rasenschnitt oder zerkleinerte Gartenabfälle darüber. Auch Mulm ist dazu sehr geeignet. Zur Grüneinsaat kann im Oktober eventuell noch Roggen oder Winterwicke eingesät werden. Senf keimt und wächst zwar sehr schnell, jedoch müssen wir auf die Folgekultur dabei achten. Senf, Raps oder Rüben sollen wir nicht als Vorkultur für Kohlgewächse einsäen, weil es sich hier um artverwandte Pflanzen handelt.
Die richtige Bodenpflege und Düngung in Verbindung mit der richtigen Nachfolgekultur ist für den Erfolg im kommenden Jahr entscheidend. Das Kartoffelkraut von den Spätkartoffeln sollen wir nicht verbrennen, sondern zerkleinern und als Bodenbedeckung verwenden. Ebenso Erbsen- und Bohnenstroh oder Tomatenstauden verwenden wir auf diese Weise am nützlichsten.
Die im August gesäten Winterkopfsalatpflänzchen sollen möglichst Anfang Oktober ausgepflanzt, und sobald Frost einsetzt, mit Fichten- oder Tannenreisig bedeckt werden.
Die abgetragenen Brombeerranken schneiden wir am besten erst im Frühjahr ab. Die im heurigen Jahr gewachsenen Ranken - diese tragen ja erst im kommenden Jahr Früchte - legen wir auf den Boden und decken sie ebenfalls mit Reisig ab. Brombeeren sind meist frostempfindlich, und wenn wir sie nicht schützen, bekommen wir im kommenden Jahr keine Früchte.
Bis zum Oktober sollen wir Schnittlauch und Petersilie für den Winterbedarf in Töpfe setzen und sie an einen hellen, luftigen Platz stellen. Schnittlauch und Petersilie sind nicht nur als Würze für Suppen und Brötchen begehrt, sondern sind ein eisenhaltiges und blutbildendes Grün so recht für den Winter.
Rote Rüben (Randen, Rote Bete) müssen sehr sorgfältig und ohne Beschädigungen geerntet werden. Wird das Rübenfleisch beschädigt, so kann leicht Fäulnis bei der Lagerung auftreten. Deshalb sollen wir auch das Grün nur auf etwa 5 cm abschneiden.
Bei Sellerieknollen belassen wir ebenfalls die Herzblätter. Das Selleriekraut kann getrocknet und so im Winter fein zerrieben in der Küche Verwendung finden. Der Rest wird ebenfalls zur Bedeckung der Beete verwendet.
Endiviensalat und Zuckerhut können wir durch Plastikfolien eine Zeitlang vor Frösten schützen. Sobald es kälter wird, ernten wir diese Salate samt dem Wurzelstock und packen sie in Kisten oder Steigen. Zuckerhut hat sich, gut in Papier eingewickelt, in Steigen gelegt, gut gehalten.
Kraus- und Blätterkohl, Sproßenkohl und Winterkohl werden schmackhafter, wenn sie etwas Frost abbekommen. Diese Kohlarten können wir ebenfalls im Garten stehen lassen und sie mit Tannen- oder Fichtenreisig bedecken und während des Winters ernten. Auch spät gesetzter Lauch - Porree - darf über Winter im Garten stehen bleiben. Er wächst im Frühjahr rasch weiter und gibt so zeitig wertvolle Vitamine ab. Porree, roh genossen, senkt und normalisiert den Blutzuckerspiegel auf natürliche Weise. Kohloder Krautköpfe kann man auch im Garten mit den Wurzeln nach oben in kleine Aushebungen hineinstellen und sie mit Stroh oder Nußlaub und darüber mit Erde bedecken.
Das Mistbeet muß so im Herbst ausgeräumt werden, und damit bietet sich hier ebenfalls eine günstige Gelegenheit, Wintergemüse einzulagern. Wichtig ist nur, daß für eine genügende Belüftung gesorgt wird. Das Mistbeet kann außen herum mit einem Erd- oder Mistwall zur besseren Wärmedämmung versehen werden.
Wer im Hause keine Einlagerungsmöglichkeiten hat, kann sein Lagergemüse auch im Garten mit einem etwa 30 cm dicken Erdwall als Abdeckung lagern. Damit sich keine Mäuse einnisten ist es zweckmäßig, das Lagergut mit einem feinmaschigen Drahtgeflecht oder mit Nußlaub zu umgeben. Mäuse mögen Nußlaub nicht.
Lagerräume sollen möglichst luftig und kühl sein. Wir sollen sie vor der Einlagerung mit einem Kalkanstrich versehen. Kalk wirkt desinfizierend. In den letzten Jahren haben wir unser Lagergemüse in Kisten oder Blechwannen in erdfeuchten Torf gelagert. Karotten, Sellerie, rote Rüben und Rettich haben sich bis über das Frühjahr hinaus gut gehalten. Zu warme Lagerräume sind nicht geeignet, weil das Lagergut eintrocknet und runzelig wird.
Martin Ganitzer